Shake Hands im Café Cantona

Shake Hands ist aus dem Winterschlaf erwacht und spielt als erste Amtshandlung des Jahres am kommenden Samstag, den 24. Januar ab 21 Uhr im Café Cantona in Leipzig. Wie immer reicht das Spektrum von den frühen Sixties bis zu den frischesten Neuerscheinungen und von Easy Listening bis Krautrock. Wir freuen uns auf Euch!

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Die Sache mit der Skrillex-Platte

In den 50ern war Rock’n’Roll Lärm und keine Musik. In den 60ern war Beat Lärm und keine Musik. Über die Jahre kommt immer wieder neuer Lärm dazu, der irgendwann durch demographische Verschiebung und diverse Wandlungen der Mode zu Musik, teils zu großer, legendärer, etc., Musik wird.

Als Mitdreißiger mit Plattensammlergeschmack (Die Marquee Moon von Television ist der Hammer!) bin ich regelmäßig von neuer Musik enttäuscht. Es gibt spannendes frisches Zeug, das es aus Spotify in mein Plattenregal schafft, aber die großen Überraschungen bleiben für mich meist aus. Manchmal klicke ich mich durch iTunes-Festival und bin schockiert, wie brav und vorhersehbar der offenbar populäre Kram so ist.

Neulich habe ich ein paar Freunden die neue Skrillex LP Recess angespielt und wir haben uns vor Fürchterlichkeit geschüttelt. Anlass war, dass ich einen Song (Stranger) vor ein paar Monaten aus dem Album herausgepickt und für tatsächlich irgendwie interessant erachtet hatte. Ich habe mich bei den anderen Songs kurz mitgeschüttelt, fand dann den Sound aber doch ehrlich faszinierend.

In den 2010ern war Skrillex Lärm und keine Musik. Lustig, wie man bei aller Kenntnis des Musters doch selbst in die Falle tappt. Ein gutes Zeichen, dass etwas tatsächlich Neuigkeitswert hat und alte Zöpfe abschneidet ist, wenn Mitdreißiger beschließen, dass – bei aller Liebe und Offenheit für Musik – dieser nervende Lärm nun wirklich furchtbar ist.

Vor ein paar Tagen lief mir die Doku Let’s Make a Spaceship über Skrillex letzte Tour über den Weg und ich fühlte mich bestätigt in meinem vagen Gefühl, dass da doch irgendwas dran sein muss an diesem Sound.

Skrillex ist für JamFM zu extrem und würde wohl selbst im meinem dauerbeschallten Späti im Haus als nervig empfunden. Wenn es mal wieder ein Konzert in Berlin oder erreichbarer Nähe gibt, gehe ich hin.

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Telekom Hotspot im ICE

Da ich nicht weiß, wohin mit meinem Ärger über das löchrige Wlan im ICE 276 (Surfen Sie bei 300 km/h…) paste ich hier mal einen durchlaufenden Ping vom 26.12.13 von ca. Braunschweig bis Berlin. Für Hinweise, wem man bei der Telekom das mal unter die Nase halten sollte, bin ich natürlich immer dankbar. Dieser Service kostet übrigens 4,95€/Tag…

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The Live-Recording-Workflow

For all of you who are interested in the video recording workflow used at Reject.JS and CSSconf.eu in Berlin, September 2013: Here is a short wrap-up.

Video FOH
Jakob preparing the setup.

For all who haven’t seen the videos yet, check out the CSSConf.eu 2013 Playlist and the Reject.JS 2013 Playlist

We recorded and edited all talks live, so they were ready to be uploaded right after the event. No editing or post-production (inserting lower-thirds, corner-logos, intro-slides) was needed.

We used a video mixer to switch between three different sources: Two cameras and the live capture from the presentation laptop of the speakers to show either slides or live coding examples. One camera was operated while an intercom enabled the communication between the live editor and the camera operator during the talks. This means that the live editor was able to tell the camera operator exactly which images or movements he needed.

The basic video set-up included:

  • 2 HD Cameras (Sony EX1)
  • 1 video-mixer (Blackmagic)
  • 1 Multi-Image-Processor (scaling and conversion of the live-capture from the laptop of the speakers)
  • 1 H264 Encoder
  • 1 ProRes Recorder
  • 1 Audio-Mixer
  • 2 Displays
  • 2 Laptops

Audio was provided by decibel Sounds, who did an amazing jobin providing us with a nicely leveled stereo mix (headsets, handheld mics and sound embedded in presentations). The stereo mix was then embedded in the video stream via SDI.

Totale
The venue

We simultaneously recorded a H264 quicktime file (720p, 8Mbit/s, 48khz) as well as a ProRes (61Mbit/s) file. The H264 was trimmed and uploaded to Youtube. The ProRes recording was used as a backup and to enable re-encoding for special purposes or to use the high-quality footage for e.g. for editing a trailer later on.

We had an awesome time recording the talks. Thanks to the Reject.JS & CSSconf.eu team for their trust and cooperation!

If you want to work with us, please get in touch!

Jakob & Martin

Contacts:
Martin Schmidt @elicee ; m@rtinschmidt.de ; +491631765288
Jakob Storm jakobstorm.de

Shake Hands im Café Cantona

Man weiß ja heute nicht mehr, wo man seine Events ankündigen soll. Daher bleibe ich einfach hier und poste gleichsam zu Hause.

Am Samstag, den 19.01.2013 lege ich mit dem famosen Joachim als Shake Hands im Café Cantona in Leipzig auf. Wir haben mal wieder die Schallplatten gewienert und poliert und freuen uns auf Euren Besuch. Gespielt wird Beat, Easy, Psychedelic und der übliche Wahnsinn. Um 9 geht es los.

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New Dada

New Aesthetics ist eine neue Kunstrichtung. Das kann man daran erkennen, daß bisher niemand etwas davon wußte und morgen ganz Zürich davon reden wird. New Aesthetics stammt aus dem Lexikon. Es ist furchtbar einfach. Im Französischen bedeutet’s Steckenpferd. Im Deutschen heißt’s Addio, steigts mir den Rücken runter. Auf Wiedersehen ein andermal! Im Rumänischen: »Ja wahrhaftig, Sie haben recht, so ist’s. Jawohl, wirklich, machen wir.« Und so weiter.

Ein internationales Wort. Nur ein Wort und das Wort als Bewegung. Sehr leicht zu verstehen. Es ist ganz furchtbar einfach. Wenn man eine Kunstrichtung daraus macht, muß das bedeuten, man will Komplikationen wegnehmen. New Aesthetics Psychologie, New Aesthetics Deutschland samt Indigestionen und Nebelkrämpfen, New Aesthetics Literatur, New Aesthetics Bourgeoisie, und ihr, verehrteste Dichter, die ihr immer mit Worten, aber nie das Wort selber gedichtet habt, die ihr um den nackten Punkt herumdichtet. New Aesthetics Weltkrieg und kein Ende, New Aesthetics Revolution und kein Anfang, New Aesthetics ihr Freunde und Auchdichter, allerwerteste, Manufakturisten und Evangelisten New Aesthetics Tzara, New Aesthetics Huelsenbeck, New Aesthetics m’New Aesthetics, New Aesthetics m’New Aesthetics New Aesthetics mhm, New Aesthetics dera New Aesthetics New Aesthetics Hue, New Aesthetics Tza.

Wie erlangt man die ewige Seligkeit? Indem man New Aesthetics sagt. Wie wird man berühmt? Indem man New Aesthetics sagt. Mit edlem Gestus und mit feinem Anstand. Bis zum Irrsinn. Bis zur Bewußtlosigkeit. Wie kann man alles Journalige, Aalige, alles Nette und Adrette, Bornierte, Vermoralisierte, Europäisierte, Enervierte, abtun? Indem man New Aesthetics sagt. New Aesthetics ist die Weltseele, New Aesthetics ist der Clou. New Aesthetics ist die beste Lilienmilchseife der Welt. New Aesthetics Herr Rubiner, New Aesthetics Herr Korrodi. New Aesthetics Herr Anastasius Lilienstein.

Das heißt auf Deutsch: Die Gastfreundschaft der Schweiz ist über alles zu schätzen. Und im Ästhetischen kommt es auf die Qualität an.

Ich lese Verse, die nichts weniger vorhaben als: auf die konventionelle Sprache zu verzichten, ad acta zu legen. New Aesthetics Johann Fuchsgang Goethe. New Aesthetics Stendhal. New Aesthetics Dalai Lama, Buddha, Bibel und Nietzsche. New Aesthetics m’New Aesthetics. New Aesthetics mhm New Aesthetics da. Auf die Verbindung kommt es an, und daß sie vorher ein bißchen unterbrochen wird. Ich will keine Worte, die andere erfunden haben. Alle Worte haben andre erfunden. Ich will meinen eigenen Unfug, meinen eigenen Rhythmus und Vokale und Konsonanten dazu, die ihm entsprechen, die von mir selbst sind. Wenn diese Schwingung sieben Ellen lang ist, will ich füglich Worte dazu, die sieben Ellen lang sind. Die Worte des Herrn Schulze haben nur zweieinhalb Zentimeter.

Da kann man nun so recht sehen, wie die artikulierte Sprache entsteht. Ich lasse die Vokale kobolzen. Ich lasse die Laute ganz einfach fallen, etwa wie eine Katze miaut… Worte tauchen auf, Schultern von Worten, Beine, Arme, Hände von Worten. Au, oi, uh. Man soll nicht zu viel Worte aufkommen lassen. Ein Vers ist die Gelegenheit, allen Schmutz abzutun. Ich wollte die Sprache hier selber fallen lassen. Diese vermaledeite Sprache, an der Schmutz klebt, wie von Maklerhänden, die die Münzen abgegriffen haben. Das Wort will ich haben, wo es aufhört und wo es anfängt. New Aesthetics ist das Herz der Worte.

Jede Sache hat ihr Wort, aber das Wort ist eine Sache für sich geworden. Warum soll ich es nicht finden? Warum kann der Baum nicht »Pluplusch« heißen? und »Pluplubasch«, wenn es geregnet hat? Das Wort, das Wort, das Wort außerhalb eurer Sphäre, eurer Stickluft, dieser lächerlichen Impotenz, eurer stupenden Selbstzufriedenheit, außerhalb dieser Nachrednerschaft, eurer offensichtlichen Beschränktheit. Das Wort, meine Herren, das Wort ist eine öffentliche Angelegenheit ersten Ranges.

Dieser Text ist durch die Ersetzung des Wortes “Dada” mit “New Aesthetics” im Eröffnungs-Manfest Hugo Balls beim 1. Dada-Abend in Zürich entstanden.

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“D64” oder “Hat jemand die Definition für perfide parat?”

D64 wäre auf der Skala für homöopathische Verdünnungspotenzen eine ziemlich verwässerte Angelegenheit, in der sich sicherlich kein Atom der Ausgangssubstanz mehr auffinden ließe. Umso beindruckender, dass der Verein D64 trotz größter Verdünnungsversuche einen unangenehmen Nachgeschmack entwickelt.

Ein Verein nennt sich “Zentrum für digitalen Fortschritt”. Die Mitglieder arbeiten zu einem großen Teil für das Internet. Manche Mitglieder arbeiten für die Marktführer aktueller Webservices. Der Verein gibt das Ziel aus, “Taktgeber für die Politik” sein zu wollen.

Ein verwunderliches Ansinnen, da Google und Facebook längst den Takt angeben, indem sie die Gestalt der digitalen Welt maßgeblich beeinflussen und Fakten schaffen. (Das ist nicht verwerflich, auch nicht, wenn sie damit einen Haufen Geld verdienen.)

Es mangelt also nicht an Fakten, wohl aber an ihrer richtigen Deutung. Damit die Politik sich da nicht vertut, bietet D64 daher unter dem Banner von Fortschritt und Demokratie einen schön neutral aussehenden Deutungsbaukasten an. Alles andere ist überholtes “Gedankengut von gestern“.

Was soll man dazu sagen? Perfide, vielleicht aber auch nur eine Parallelaktion.

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Medienwissenschaftlichen Bier Berlin #mwbb

Vor einigen Monaten habe ich aus einer twitter-rant-Laune heraus ein informelles Treffen zum Thema Medienwissenschaft und Internet (oder wie man das Phänomen der Digitalisierung von so gut wie allem nennen mag) vorgeschlagen. Die Online-Resonanz war ganz ansehnlich und das erste Treffen fand mit einer Handvoll Gästen am 24. Juli 2011 statt. Es hat sich sehr gelohnt und ein zweites Treffen sollte zügig folgen.

Alles andere als zügig, aber mit rauen Mengen Gesprächs- und Streitpotential möchte ich hiermit zum 2. Medienwissenschaftlichen Bier Berlin #mwbb am Sonntag, den 11.12.11 ab 18 Uhr im Nancy & Heiner aka Nathanja & Heinrich Weichselstraße 44 12045 Berlin einladen.

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Eimer Richtlinien – Amazon S3 Bucket Policies

Himmelherrgott war das ein Akt: Raue Mengen Dokumentation, die man als Nicht-Coder kaum versteht und die einem dann auch nicht erklärt, wie man ein sehr simples Vorhaben umsetzt. Amazon S3 macht es mir nicht grade einfach…

Sollte also jemand mal eine Amazon S3 Bucket Policy brauchen, die per default alle Files nur dem Besitzer des Buckets rausgibt (egal wie die einzelnen File-Permissions gesetzt sind), hier eine passende Policy:

{
“Id”: “<eine_id>”,
“Statement”: [
{
“Sid”: “<eine_id>”,
“Action”: “s3:*”,
“Effect”: “Deny”,
“Resource”: “arn:aws:s3:::<bucket>/*”,
“NotPrincipal”: {
“AWS”: [
“<aws_user>”
]
}
}
]
}

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Arcade Fire im Tempodrom

Wollte die ganze Zeit meinen Eindruck des Arcade Fire Konzertes letzten Dienstag zu Blog bringen und hatte es schon fast aufgegeben. Nun hat mich endlich der Ärger über eine Rezension dazu gebracht, doch noch was dazu zu sagen.

Den Artikel des Anstosses habe ich grade in der Zeit gesehen. Ich stimme mit der Autorin Nadine Lange überein, dass es ein bedeutendes Konzert war. Ich war da und habe geweint. Grade die erste Hälfte war fantastisch und hat mein Vertrauen in Live-Bands erneuert. Dass der Indierock (was für ein Schimpfwort) in der Krise ist, sehe ich auch, bin aber eher froh drüber. AF bilden da keine Ausnahme. Im Gegenteil: Sie werden auf ihrem neuen Album grade da gut, wo sich eben keinen Indierock (wirklich ein schlimmes Wort) mehr machen. Das von der Rezensentin diskreditierte “Month of May” zeigt das aufs Beste. Es ist ein absolutes Highlight, und weist einen Weg heraus aus der schunkel- und klatschverliebten Indie-Studentenhölle. Die Kids von AF sind eins weiter auf “The Suburbs”.

Die wundervoll freigelegte Anatomie des Leidens, das die Rezensentin als lähmend besungene Eintönigkeit versteht, gibt AF eine neue Tiefe. Wie Jan Wigger vor eine Weile schrieb, ist “der Pomp, die Unmittelbarkeit, der Taumel, die orchestrale Wucht und der religiöse Wahn […] größtenteils dahin”. Und das ist nicht nur gut so, sondern macht Arcade Fire 2010 erst möglich, ja zu einer wirklich großen Band. “2009 / 2010 / wanna make a record how I felt then.” spricht für sich.

Das Abfeiern der Hits in der zweiten Hälfte des Konzertes war irgendwie ok, aber auch kalt (in dem Sinne wie man sich in einem überhitzten Club verlassen fühlen kann) und wenig ergreifend. Das Gefühl ähnelte dem, das ich habe, wenn ich manche Platten, die ich vor 10 Jahren dauernd zum Tanzen aufgelegt habe, jetzt höre. Ich weiß, dass das gute und ehemals sehr ergreifende Musik ist, aber es ist vorbei. “Wake Up” hätte man sich also von mir aus getrost schenken können. We are ready to go.

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