D64 wäre auf der Skala für homöopathische Verdünnungspotenzen eine ziemlich verwässerte Angelegenheit, in der sich sicherlich kein Atom der Ausgangssubstanz mehr auffinden ließe. Umso beindruckender, dass der Verein D64 trotz größter Verdünnungsversuche einen unangenehmen Nachgeschmack entwickelt.
Ein Verein nennt sich “Zentrum für digitalen Fortschritt”. Die Mitglieder arbeiten zu einem großen Teil für das Internet. Manche Mitglieder arbeiten für die Marktführer aktueller Webservices. Der Verein gibt das Ziel aus, “Taktgeber für die Politik” sein zu wollen.
Ein verwunderliches Ansinnen, da Google und Facebook längst den Takt angeben, indem sie die Gestalt der digitalen Welt maßgeblich beeinflussen und Fakten schaffen. (Das ist nicht verwerflich, auch nicht, wenn sie damit einen Haufen Geld verdienen.)
Es mangelt also nicht an Fakten, wohl aber an ihrer richtigen Deutung. Damit die Politik sich da nicht vertut, bietet D64 daher unter dem Banner von Fortschritt und Demokratie einen schön neutral aussehenden Deutungsbaukasten an. Alles andere ist überholtes “Gedankengut von gestern“.
Was soll man dazu sagen? Perfide, vielleicht aber auch nur eine Parallelaktion.
