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Ein Blog für modernes Erinnern.

“D64” oder “Hat jemand die Definition für perfide parat?”

D64 wäre auf der Skala für homöopathische Verdünnungspotenzen eine ziemlich verwässerte Angelegenheit, in der sich sicherlich kein Atom der Ausgangssubstanz mehr auffinden ließe. Umso beindruckender, dass der Verein D64 trotz größter Verdünnungsversuche einen unangenehmen Nachgeschmack entwickelt.

Ein Verein nennt sich “Zentrum für digitalen Fortschritt”. Die Mitglieder arbeiten zu einem großen Teil für das Internet. Manche Mitglieder arbeiten für die Marktführer aktueller Webservices. Der Verein gibt das Ziel aus, “Taktgeber für die Politik” sein zu wollen.

Ein verwunderliches Ansinnen, da Google und Facebook längst den Takt angeben, indem sie die Gestalt der digitalen Welt maßgeblich beeinflussen und Fakten schaffen. (Das ist nicht verwerflich, auch nicht, wenn sie damit einen Haufen Geld verdienen.)

Es mangelt also nicht an Fakten, wohl aber an ihrer richtigen Deutung. Damit die Politik sich da nicht vertut, bietet D64 daher unter dem Banner von Fortschritt und Demokratie einen schön neutral aussehenden Deutungsbaukasten an. Alles andere ist überholtes “Gedankengut von gestern“.

Was soll man dazu sagen? Perfide, vielleicht aber auch nur eine Parallelaktion.

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Comments

Reimar says:

Ich versuche mir gerade einen Eindruck von D64 zu verschaffen. Daher danke ich Dir, Martin, für Dein eindeutiges Statement – zudem kommt es ja von einem kundigen Geist.
Vielleicht, so meine ich, überbetonst Du einen Aspekt: dass die (bisherigen, bekannten) Mitglieder fürs Internet arbeiten ist doch zwangsläufig so. Wer außer den einschlägig Vorbelasteten – Entwickler, Agenturmenschen – interessiert sich denn (heute) wirklich für Themen wie Netzneutralität, Vorratsdatenspeicherung etc. Und: Vielleicht wird die Basis ja noch breiter: Im Mission Statement heißt es imemrhin, dass auf einen sich erweiternden “Kreis der Unterstützenden und Mitglieder” gesetzt wird (da gibt es auch andergelagerte, verschlossenere Beispiele, glaube ich).
Insgesamt – auch was die fehlende Substanz angeht – würde ich vorschlagen, den ganzen Bohai abklingen zu lassen – und dann: “Schau’n mer mal.”

Reimar says:

Schlägt in die gleiche Kerbe wie Du: http://wirres.net/article/articleview/6047/1/6/

Ist natürlich auch komplett berechtigt, die D64-Protagonisten zu thematisieren.

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